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FAQ

FAQ steht für englisch Frequently Asked Questions, oft gestellte Fragen. Hier beantworten wir häufige Fragen aus der Praxis.

Der Gesetzgeber formuliert immer neue Vorschriften, um den möglicherweise unwissenden und unbelehrten Privatkunden zu schützen.
Professionelle Anwender / Fachkunden sind alle Anwender, welche sich fachkundig machen. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Sicherheitsdatenblatt lesen und die Gefahrhinweise verstehen.
Wir gehen darüber hinaus davon aus, dass alle einschlägigen Ausbildungen Wissen vermitteln, dass im Sicherheitsdatenblatt wichtige Informationen vorliegen, welche vor Gebrauch gelesen werden sollten.
Jede Ausbildung im Handwerk oder an einer Fachschule / Hochschule sollte in diesem Sinne professionelle Anwender / Fachkunden ausbilden.
Ein privater Endverbraucher, der das Sicherheitsdatenblatt liest und versteht kann so zum professionellen Anwender / Fachkunden werden.

Sie wollen eine Farbe nach Ihren individuellen Bedürfnissen selbst herstellen?

Unsere Pigmente bieten eine unglaublich große Farbvielfalt und Brillanz, die weit über das Farbspektrum handelsüblicher Sortimente hinausgeht. Mit der Verwendung unterschiedlicher Bindemittel und Pigmente können Sie verschiedene Farben selbst herstellen. Bindemittel sorgen für eine Verbindung der einzelnen Pigmentteilchen untereinander und ermöglichen die Haftung auf dem Malgrund.

Durch die Bereitstellung von Rezepten und Verarbeitungshinweisen geben wir Ihnen einen Leitfaden an die Hand. Kreieren Sie Ihr persönliches Farberlebnis.

Es ist nicht möglich, Textilien mit Pigmenten zu färben. Pigmente sind kleine Teilchen, die sich nicht auflösen und auf die Textilfaser fixieren lassen. Hierfür benötigt man Farbstoffe wie die Cibacron-Farbstoffe oder Naturfarbstoffe wie beispielsweise Indigo, Krapp, oder Reseda. Man kann allerdings mit Pigmenten und Bindemittel eine Farbe herstellen und mit dieser auf Stoff malen oder diesen bedrucken.

Pflanzliche Rohstoffe sind natürlichen Qualitätsschwankungen unterlegen. Der Farbstoffgehalt ist abhängig von den Wachstumsbedingungen, vom Boden, den Witterungsverhältnissen und der Erntezeit. Daher kann es sein, dass eine Charge einer Färbepflanze anders färbt als die vorherige oder dass die Farbstoffe nicht immer so einfach in Lösung gehen.
Bei manchen Färbepflanzen, beispielsweise beim Krapp, ist der Farbstoff in den Wurzeln enthalten. Bei anderen Pflanzen verwendet man die Rinde, Blüten, Früchte, Blätter oder die ganze Pflanze. In letzterem Fall werden alle Pflanzenteile verarbeitet und auch wenn der Farbstoffgehalt nicht in allen Pflanzenteilen gleich ist, ist es nicht möglich, hier bestimmte Teile für Sie auszusortieren.

Bitte prüfen Sie, ob Sie das richtige Lösemittel verwendet haben. Wir empfehlen nur wasserfreien Ethylalkohol ( #70805) (oder Isopropanol #70820, geht etwas schlechter) zu verwenden.
Schellack löst sich nur teilweise in wasserhaltigen Alkoholen, die Lösung wird trübe. Der Schellack sollte trocken und kühl gelagert werden, da er sonst verklebt (blockt) oder sich durch Einwirkung von Feuchtigkeit nicht mehr ordentlich löst. Manche Schellacksorten, insbesondere die gebleichten, wachsfreien Sorten, können unlöslich werden, wenn sie überlagert sind.

Einige Pigmente, insbesondere die synthetisch-organischen Pigmente, aber auch Tagesleuchtfarben, Kasselerbraun oder Miloriblau lassen sich nur ungern mit Wasser benetzen. Versucht man diese Pigmente in Wasser einzusumpfen oder anzureiben, schwimmen sie wie Fett oben auf.
Alkohol (Ethylalkohol #70805 , Isopropanol #70820) oder ein Netzmittel (z. B. Orotan 731 K #78032) verringern die Oberflächenspannung und erleichtern das Verarbeiten des Pigmentes.

Netzmittel für organische Pigmente:
Durch Zugabe von Netzmitteln lassen sich die Pigmente leichter in das Bindemittel einarbeiten, es entstehen weniger Klümpchen. Die Ergiebigkeit wird durch die leichtere Dispergierung höher. Für Acrylfarben bieten wir Orotan 731 (#78032) an; ca. 1% für Erd- und Mineralfarben, bis 5% für schwierige Fälle.

Weit verbreitet ist die Verwechslung von Pigment und Farbstoff. Pigmente sind in Lösemitteln und Wasser unlöslich, sie verhalten sich etwa so wie ganz feiner farbiger Sand. Durch die fein verteilten Pigmente erscheint die Mischung getrübt, nach einiger Zeit setzen sich die Pigmente ab. Farbstoffe lösen sich im Binde- oder Lösemittel auf, man kann sich das vorstellen wie Zucker im Kaffee. Farbstoffe ergeben eine transparente Lösung und setzen sich nicht ab. Da Farbstoffe viel kleiner sind als Pigmente, sind sie meist auch weniger lichtecht.

Die XSL-Pigmente, Orange DPP RA, PO 73 (#23178), Scharlach Rot DPP EK, PR 255 (#23179) und einige andere besonders feine Pigmente sind geprillt, um Staubbildung zu vermeiden. Prills sind kleine Kügelchen, ähnlich wie man sie von Waschpulvern kennt. Die XSL-Pigmente lösen sich sozusagen selbsttätig auf, wenn sie mit Wasser in Kontakt kommen, andere Pigmente müssen angerieben werden, um die Körnchen aufzubrechen z.B. die BRISTOL-Gelbs (#43101, #43111, #43131), Wismutgelb (#43910, #43915, #43918, #43920) oder Beinschwarz aus Knochen (#47100).

Es ist ein verbreiteter Irrtum, dass alles was aus der Natur kommt, automatisch auch gesund sein muss und man natürliche Pigmente daher bedenkenlos verwenden könne. Dies ist leider nicht der Fall. So können manche natürliche Pigmente sogar sehr giftig sein, wie beispielsweise Auripigment oder Bleiglanz. Sogar Erdfarben können gesundheitsschädliche Minerale wie etwa feinen Quarz oder Manganoxide enthalten und selbst Pflanzenfarben sind zwar aus natürlichen Farbstoffen hergestellt, essen sollten Sie sie aber bitte nicht! Die Giftigkeit eines Pigments hängt nicht davon ab, ob es natürlich hergestellt wurde oder nicht, sondern davon, woraus es besteht, wie fein es ist und ganz wesentlich auch davon wie man damit umgeht und wofür man es verwendet.

Zur Reinigung von Pinseln bei Verwendung von wässrigen Bindemitteln oder Ölfarben empfehlen wir Marseiller Seife in Würfeln (#78045) oder als Block (#78043). Diese Olivenölseife wirkt leicht rückfettend und pflegt Naturhaare und Borsten.
Pinsel, die mit Acryldispersionen verwendet wurden, müssen sofort nach Gebrauch ausgewaschen werden. Angetrocknete Acrylfarbe kann mit Methoxypropanol PM (#70920) erweicht werden.
Bei lösemittelhaltigen Kunst- oder Naturharzlacken kann man gebrauchte Werkzeuge nur mit den entsprechenden Lösemitteln reinigen.

Für Küchenarbeitsplatten und Küchengeräte aus Holz sind Lacke wie das Harttrockenöl, Tungöllack oder mit Schwermetallen sikkativierte Öle (z.B. Leinölfirnis) grundsätzlich ungeeignet. Lacke können absplittern und die Splitter landen im Essen. Leinöl ist nicht geschmacksneutral, daher empfehlen wir zum Ölen von Küchenarbeitsplatten, Schneidbrettern u. ä. nur unser raffiniertes Walnussöl (#73500).

Prozentangaben in Rezepten beziehen sich meistens auf Gewichtsteile, seltener auf Volumenteile. Eine 15% Lösung von Paraloid B 72 in Ethylacetat besteht aus 15 Gewichtsteilen Paraloid und 85 Gewichtsteilen Lösemittel.

Zwischen 1910 und 1923/24 entwickelte Höchst ein Verfahren zur Messung der Lichtechtheit, indem man die Farbstoffe mit einem mit Indigo gefärbten Standard verglich. Dieses Verfahren wurde zuerst für die Färbung von Textilien entwickelt. Die Lichtechtheits-Vergleichsmessung mit der sogenannten Wollskala ist heute international üblich. Die Wollskala gibt die Lichtechtheit in Werten von 1 (schlecht) bis 8 (sehr gut) an, wobei Stoffe mit einer dem Indigo vergleichbaren Lichtechtheit den Wert 8 erhalten, auch, wenn Sie lichtechter sind als Indigo.

Wir reinigen unsere eigenen Reibschalen, Marmorplatten und Läufer entweder mit Scheuermilch oder einfach mit etwas Marmormehl und Wasser. In hartnäckigen Fällen (organische Pigmente, Miloriblau) hilft am besten Marseiller Seife und ein Topfreiniger-Schwamm.

Ölfarben entfernt man am besten sofort aus Kleidungsstücken, indem man die Farbe erst mit einem trockenen Tuch abnimmt, dann sofort mit Wasser und Amytis (#78053) oder Seife (Marseiller Seife #78043 - #78050; Gallseife) einreibt und so bald wie möglich in die Waschmaschine gibt. Handelsübliche Fleckentferner oder Lösemittel können manche Stoffe entfärben oder Ränder bilden. Flecke von getrockneten Acryldispersionen und Kunstharzlacken können eventuell mit Methoxypropanol PM (#70920) gequollen oder gelöst werden, allerdings lösen sich dabei auch manchmal die Farben des Stoffes und es bleibt ein Fleck zurück.

Kremer Pigmente verkauft Produkte für die Restaurierung, die Kunstmalerei und andere Handwerke. Die Öle, die Sie bei Kremer Pigmente kaufen können, sind nicht zum Verzehr geeignet, auch nicht das kaltgeschlagene Leinöl oder das raffinierte Walnussöl!

Knochenleim, Hautleim, Hasenleim, Gelatine und Hausenblase sind Warmleime. Diese müssen zuerst in Wasser vorgequollen werden (wie Gummibärchen, die man in Wasser gibt) und dann im Wasserbad erwärmt werden. Die Temperatur soll dabei 60°C nicht übersteigen. Wird der Leim gekocht, verliert er an Elastizität und Klebekraft. Beim Abkühlen wird der Leim gallertartig fest. Beim Erwärmen verflüssigt er sich wieder. Warmleime verderben nicht so schnell, wenn die Leimlösung im Kühlschrank aufbewahrt wird. Durch die Verwendung von abgekochtem Wasser oder den Zusatz von 0,5 % Konservierungsmittel Biodocarb (#78744) kann die Haltbarkeit verbessert werden. Wandfarben mit Warmleim als Bindemittel bleiben dauerhaft mit Wasser quellbar und müssen vor der Neubeschichtung abgewaschen werden.

Wir weisen darauf hin, dass unsere Produkte als Künstlermaterialien, für Handwerker und Restauratoren gedacht sind und nicht für kosmetische Anwendungen. Manche Produkte können Allergien auslösen, wenn sie auf der menschlichen Haut angewendet werden. Für die Verwendung in Lebensmitteln oder Kosmetika werden an die Abfüllung und Handhabung erhöhte Anforderungen gestellt, die wir nicht erfüllen können. Ferner können wir die für kosmetische Anwendungen erforderlichen Analysenzertifikate für unsere Pigmente nicht ausstellen. Kremer Pigmente kann für kosmetische Anwendungen keine Garantie gewähren.

Gebrauchsfertige Wandfarben, auch weiße Farben, enthalten bereits Pigmente. In der Regel sind in weißen Wandfarben weiße Pigmente und Füllstoffe enthalten. Damit die Pigmente auf der Wand halten, enthält die Farbe außerdem ein Bindemittel. Welches Bindemittel enthalten ist, bestimmt die Art der Farbe (Silikatfarbe, Dispersionsfarbe etc.)

Pigmente und Bindemittel liegen in der Farbe in einem abgestimmten Mischungsverhältnis vor. Geben Sie nun weitere Pigmente zu, stimmt dieses nicht mehr, weil jetzt mehr Pigment enthalten ist, als Bindemittel. Das muss nicht sofort schiefgehen, aber irgendwann kommt der Punkt, an dem das enthaltene Bindemittel nicht mehr ausreicht, um die Pigmente auf die Wand zu kleben und die Farbe beginnt zu kreiden.

Sie können versuchen, Ihre Farbe mit einer kleinen Menge Pigment abzutönen, aber bitte machen Sie Probeaufstriche und prüfen Sie, ob die Farbe noch ausreichend haftet. Es empfiehlt sich, das Pigment am Tag vor Gebrauch in Wasser einzusumpfen, um Klumpenbildung zu vermeiden. Unbedingt beachten sollte man dabei die Eignung des Pigments für das in der Wandfarbe enthaltene Bindemittel!

Da eine weiße Farbe schon weiße Pigmente enthält, sind allenfalls Pastelltöne möglich. Sie können also z. B. aus einer weißen Farbe nur eine rosafarbene machen, aber keine rote!

Für selbst angeriebene Aquarellfarben bietet Kremer Pigmente leere Aquarellnäpfchen an. Um diese zu befüllen, sollte die Farbe so flüssig sein, dass man sie in einfache 10ml-Spritzen ohne Kanüle aufziehen kann. Dann kann man die Farbe ganz einfach mit der Spritze aufbewahren und in dünnen Schichten in die Näpfchen füllen und eintrocknen lassen. Wenn die Aquarellfarbe beim Trocknen reißt (zu wenig Bindemittel) oder nicht trocknet (zuviel Bindemittel), muss das Rezept modifiziert werden.

Das Befüllen und Verschließen von Ölfarbtuben ist ganz einfach, erfordert aber etwas Übung.

  • Die Ölfarbe wird zu einer dicken Paste angeteigt. Die Farbe sollte eine ähnliche Konsistenz haben wie Spritzgebäck-Teig.
  • Die Tube wird vorne aufgestochen, damit die Luft entweichen kann.
  • Die Ölfarbe wird dann auf ein Stück Butterbrotpapier gegeben und wie beim Zigarettendrehen zusammengerollt, und zwar so, dass das Papier etwas schmäler ist als die Tube.
  • Nun wird das gerollte Papier mit der Ölfarbe ein Stückchen weit in die Tube geschoben und die Tube mit dem Papier auf eine feste, gerade Unterlage gelegt.
  • Mit einem kurzen Stück Holz, etwa vom Durchmesser eines Besenstiels und ca. 15 cm lang, rollt man von hinten her über das Papier. Dabei wird die Ölfarbe in die Tube gepresst, bis sie an der Tubenöffnung zu sehen ist.
  • Jetzt kann man die Tube zuschrauben und mit dem Holz noch etwas nachdrücken. Beim letzten Stück wird die Tube vom Holz automatisch etwas plattgewalzt.
  • Jetzt muss das Papier vorsichtig aus der Tube gezogen werden.
  • Nun wird das Tubenende mit dem Holz noch einmal gut plattgerollt, die Ränder um eine Kante (z.B. von einem Palettmesser oder Spachtel) geknickt und wie bei einer Cremetube umgeschlagen.
  • Den Tubenfalz mit dem Holz oder einer Zange noch einmal fest zusammendrücken.

Kremer Pigmente bietet verschiedene Leuchtpigmente und fluoreszierende Farbstoffe an. Grundsätzlich unterscheidet man hierbei nach der Art des Leuchteffekts.
Phosphoreszierende Pigmente sind Stoffe, die nach Lichtanregung einige Zeit im Dunkeln nachleuchten (Nach-Leucht-Farben, #56500 - #56650, diese sind fluoreszierend und phosphoreszierend).
Fluoreszierende Pigmente oder Farbstoffe hingegen leuchten während der Anregung durch ultraviolettes Licht. Hierzu gehören die Tagesleuchtpigmente (#56000 - #56450), die Nach-Leucht-Farben (#56500 - #56650, diese sind fluoreszierend und phosphoreszierend), die Fluoreszenzfarbstoffe (#94700 - #94739) oder die anorganischen Fluoreszenzpigmente (#94752 - #94758, nicht mehr lieferbar).
Die Lichtechtheiten der fluoreszierenden Farbkörper sind nicht mit Pigment-Lichtechtheiten vergleichbar. Bitte beachten Sie hierzu auch die Detailinformationen zu den einzelnen Produkten. Für die Verarbeitung phosphoreszierender oder fluoreszierender Pigmente ist ein transparentes Bindemittel nötig. Sofern man die Fluoreszenz der Pigmente nutzen möchte, darf das Bindmittel nur sehr wenig UV-Absorber enthalten!

Pigmente haben kein Verfallsdatum, sofern sie trocken und in einem geschlossenen Behältnis aufbewahrt werden. Wenn Pigmente nass werden, können sie allerdings verklumpen und sind dann nur schwer wieder aufzureiben.
Die meisten unserer Pigmente werden in 100g- oder 1kg-Tüten geliefert. Zur Aufbewahrung bieten wir PVC-Dosen, Gläser, PE- und Blecheimer an, auf Wunsch verpacken wir die Pigmente in Dosen (gegen Aufpreis).

Unsere Farbteige sind mit Wasser angeteigte Pigmente. Bei der Verwendung von Farbteigen entfällt das manchmal schwierige Anteigen bei organischen Pigmenten und die Staubbildung wird vermieden.
Die Pigmente werden von uns in der Kugelmühle mit Wasser angerieben, wodurch eine viel feinere Dispergierung erreicht wird als durch das Einsumpfen per Hand. Bei der Verwendung von Farbteigen ist zu beachten, dass diese immer gut verschlossen werden, da sie sonst austrocknen können und dann nicht mehr zu gebrauchen sind.
Die Farbteige können nur in wässrigen Bindemitteln verwendet werden und sind nicht zum Mischen mit Ölfarben o. lösemittelhaltigen Natur- oder Kunstharzlacken geeignet!
Unsere Farbteige werden grundsätzlich abgewogen. Der Festkörpergehalt (Pigmentanteil) ist im Katalog angegeben. Der Farbteig Wismut-Vanadatgelb (#27160) enthält ein sehr schweres Pigment, das sich bei längerer Lagerung absetzt und vor Gebrauch aufgerührt werden muss.


Eigenschaften:

  • sind wasserhaltige, hochkonzentrierte Pigmentpräparationen

  • enthalten reine, unvermischte Pigmente, Wasser, Netzmittel, mit Wasser mischbare Glykolderivate und Konservierungsmittel

  • besitzen gute Lagerbeständigkeit, sind weitgehend unempfindlich gegen langsames Einfrieren und Auftauen, trocknen nur langsam ein

  • sind untereinander beliebig mischbar

  • bieten maximale Farbkraft, da die Pigmente optimal dispergiert sind

  • lassen sich problemlos in wässrige Bindemittel einarbeiten, verursachen keine Flecken oder Streifen, die mit “K” gekennzeichneten Typen lassen sich in Kalkfarben einarbeiten, die mit “A” gekennzeichneten Typen eignen sich für Aussenwandanstrich.

Die Zugabe von Verdicker bewirkt eine Erhöhung der Viskosität. Verdicker immer ganz langsam unter gutem Rühren in die fertige Farbe einrühren.
Der Verdicker K 15 (#76910) eignet sich auch zur Verbesserung des Absetzverhaltens. Auch gröbere Partikel wie z.B. Sand werden besser in der Schwebe gehalten.
Der Verdicker ASE 60 (#76900) eignet sich besonders gut für Spachtelmassenartige Verdickung. Beim Stehenlassen setzt sich der schwere Füllstoffanteil eventuell ab.
Unproblematisch ist das Verdickungsverhalten der meisten Acryldispersionen. Sollte die Dispersion sich nicht gut verdicken lassen, kann durch Zugabe von etwas Ammoniak bis zum pH 8.5-9 die Wirkung verbessert werden.

Trocknende Öle trocknen durch Aufnahme von Luftsauerstoff. Wenn man Leinöl mit Putzlappen, Papier oder Küchenrolle aufnimmt, wird die Oberfläche stark vergrößert. Dadurch wird die Trocknung beschleunigt, was zu einer Erwärmung führt. Dies kann im schlimmsten Fall zur Selbstentzündung führe! Diese Gefahr sollte man nicht unterschätzen, denn die meisten Lackfabriken sind wegen dieser Selbstentzündung abgebrannt, nicht wegen leichtentzündlichen Lösemitteln! Ölgetränkte Lappen etc. dürfen nur in geschlossenen Metalleimern aufbewahrt werden. Vor der Entsorgung sollte man die mit Leinöl getränkten Lappen ausgebreitet an der Luft trocknen lassen.

Jedes Pigment hat einen anderen Bindemittelbedarf, je nach Oberflächenbeschaffenheit der Teilchen kann dieser bei Öl bis zu 300% verschieden sein. Das hängt grundsätzlich von der Korngröße der Teilchen ab. So benötigt z.B. Blanc fix sehr wenig Öl, Terra di Siena und Flammruß sehr viel.

Die Rissbildung beruht in den meisten Fällen auf zwei Gründen:

1. zu niedriger Temperatur während des Trocknens
  • Abhilfe schafft Temperaturerhöhung oder
  • Zugabe von Texanol (#78100) - 2% Texanol erniedrigen die MFT (Mindestfilmbildungstemperatur) auf etwa die Hälfte.

2. zu hohen Spannungen in der Malschicht, weil zuviel Wasser aus der Farbe verdunstet ist, dies gilt insbesondere bei dickerem Farbauftrag.
  • Regel: Je mehr Wasser der Farbe zugesetzt wurde, desto dünner sollte die Farbschicht sein.
  • Je höher der Feststoffgehalt der Farbe ist, desto dickere pastosere Malschichten können spannungsfrei auftrocknen.

Jede Farbe, egal welche, benötigt eine gewisse Zeit um zu trocknen. Die meisten Farben trocknen nicht, wenn sie bei zu niedriger Temperatur verarbeitet werden, aber auch zu hohe Temperaturen können die Filmbildung beeinträchtigen. Die Dauer der Trocknung von Acrylfarben ist von der Dispersion, der Schichtstärke und dem Raumklima abhängig. Ein 1 mm dicker Film kann durchaus eine Woche brauchen, um auszuhärten, dickere Farbschichten auch länger. Aus Ungeduld greifen daher viele Maler gerne zum Föhn oder schlimmer noch, zum Heißluftföhn. Die warme, trockene Luft beschleunigt zwar den Trocknungsvorgang, aber empfehlenswert ist das nicht. Durch die Wärme und das zu schnelle Trocknen können Restmonomere, Lösemittel und andere Hilfsstoffe aus der Dispersion verdunsten. Diese fehlen dann im Bindemittelfilm, was dazu führen kann, dass dieser hart wird, versprödet und vorzeitig vergilbt. Schlimmer können die gesundheitlichen Folgen sein, die das Einatmen der verdunstenden Kunststoffteilchen und Zusätze haben kann, daher raten wir unbedingt vom Föhnen von Acrylfarben ab!

Kremer Pigmente bietet Pigmente in Gewichtseinheiten, meist in 100g und 1kg-Einheiten als Mindestmenge, an. Bei manchen Produkten sind sogar kleinere Mengen verfügbar. Häufig werden wir gefragt: „100 Gramm, wie viel ist das?“ 100g sind ganz einfach 100g, aber jedes Pigment hat bei gleichem Gewicht ein anderes Volumen. So nehmen 100g Flammruß (#47250) etwa 5x mehr Volumen ein als 100g Terra di Siena. Daher werden 100g Flammruß auch nicht in 100g-Tütchen verpackt sondern in einer 1kg-Tüte.

Manche Haustiere können einer Eitempera oder anderen Farben einfach nicht widerstehen. Grundsätzlich sollte man versuchen, Haustiere wie Hunde und Katzen von den Malfarben fernzuhalten. Auch wenn man keine giftigen Farben verwendet, können manche Verbindungen, besonders für Katzen schädlich sein.

Generell sollte man bei der Verarbeitung von Bindemitteln und Pigmenten beachten: bei der Arbeit nicht Essen, Trinken oder Rauchen. Malmaterialien und Lebensmittel gehören nicht auf den gleichen Tisch und nicht in den gleichen Kühlschrank, Lösemittel nicht in Wohnräume. Weder soll man Pinsel in den Mund nehmen, noch die Leinwand mit fettigen Fingern anfassen. Vor dem Essen sollte man sich die Hände waschen. Darüber hinaus helfen abgekochtes Wasser und saubere Gerätschaften, die Haltbarkeit der Farben zu verbessern!
Staubbildung von Pigmenten (auch von ungiftigen) sollte man möglichst einschränken und gegebenenfalls eine Staubmaske verwenden. Besondere Vorsicht ist bei nadeligen, faserigen oder giftigen Pigmenten geboten. Das Einatmen größerer Mengen Lösemittel kann Übelkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit etc. verursachen, darum ist ein Atemschutz empfehlenswert. Genaue Gefahrstoffkennzeichen und die Sicherheitsratschläge sind auf den Produktetiketten abgekürzt. Ausführliche Informationen hierzu, Hinweise zum Arbeitsschutz, zur Handhabung und Lagerung zu jedem einzelnen Produkt finden Sie in den Info-Blättern und den Sicherheitsdatenblättern auf unserer Webseite.

Nicht jedes Pigment lässt sich in jedem Bindemitteln verarbeiten. Beispielsweise ist echte Grüne Erde zwar hervorragend für Ölfarben oder Wandfarben mit Leim, Kalk- und Kalkkasein geeignet, in Acryldispersionen oder Silikat wird die Grüne Erde klumpen, ausflocken oder fest werden. Ultramarinblau ist zwar hervorragend lichtecht, ungiftig und in vielen Techniken stabil, wird aber im Aussenbereich durch sauren Regen langsam zerstört. Organische Pigmente bieten brillanteste Farben für viele Techniken, können aber bei Anwendungen Außen oder im Nassbereich aus mineralischen Bindemitteln ausgewaschen werden. Cadmiumpigmente sind für Bauzwecke oder industrielle Anwendungen verboten, da im Brandfall giftige Gase entstehen könnten. Bitte beachten Sie die Pigment-Eignungslisten auf unserer Homepage.

Der Farbton der auf Ihrem Bildschirm sichtbaren Pigmentfotos kann vom wirklichen Farbton abweichen. Leider lassen sich die Pigmente nur mit extremem Aufwand naturgetreu drucken, daher sind sie auch im Katalog nicht abgedruckt. Zur Orientierung bietet Kremer Pigmente Farbkarten mit Original-Farbaufstrichen (in Kasein gebunden) an, allerdings kann sich der Farbton eines Pigmentes in verschiedenen Bindemitteln ändern. Beispielsweise werden die meisten Grünerden in Öl angerieben sehr dunkle Grüntöne ergeben. Der Farbton eines Pigments wird auch von der Beleuchtung beeinflusst. Den Effekt, dass ein Pigment in jedem Licht anders aussieht, nennt man Metamerie. Besonders stark tritt dies bei blauen, grünen und violetten Pigmenten zutage. Das Nachmischen von Farben, die stark metamere Pigmente enthalten, kann sehr schwierig sein. Farbsysteme nach RAL oder NCS bieten zwar eine Orientierung, geben aber keinen Aufschluss darüber, welche Pigmente oder Pigmentmischungen vorliegen. Die Kremer-Pigmente lassen sich also nur eingeschränkt RAL-Farbtönen zuordnen.

Die Farbwiedergabe von Bildschirmfotos ist nicht immer richtig und manchmal ist es daher schwierig, ein passendes Pigment zu finden. Wenn Sie einen bestimmten Farbton suchen, ist es hilfreich, sich an genormten Farbkartensystemen wie RAL oder NCS zu orientieren. Wir können die RAL- oder NCS-Nummern mit unserem Sortiment vergleichen. Sie können uns auch gerne Muster von Farbaufstrichen oder Pigmenten zusenden, die wir mit unserem Sortiment vergleichen und Ihnen dann das passende oder das ähnlichste Pigment empfehlen. Wir haben allerdings nicht die Möglichkeit, Materialanalysen durchzuführen.
Bitte senden Sie solche Farbmuster, insbesondere Pigmente, in angemessener, sorgfältig verschlossener Verpackung, beispielsweise in kleinen Ziploc-Tüten oder Probendöschen. Selbstgebastelte Papiertütchen oder Briefumschläge eignen sich nicht als Verpackung für feine Pulver und völlig verfärbte Briefumschläge oder unleserliche Briefe können wir nicht bearbeiten und müssen diese leider entsorgen.

Trocknende Öle wie Leinöl, Walnussöl und Mohnöl trocknen durch Oxidation, d.h. Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft. Dieser Vorgang läuft langsam ab und kann je nach Ölsorte, Zusätzen, Verdünnung, Schichtstärke und Temperatur Tage, Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern.
Man kann sich den Trocknungsvorgang ähnlich vorstellen wie die Hautbildung beim Abkühlen eines frisch gekochten Puddings. Da das Öl an der Oberfläche mit Sauerstoff in Kontakt kommt, bildet sich hier zunächst eine Haut, während die Farbe darunter noch weich und flüssig ist. Bei dickem Farbauftrag kann diese Haut reißen, runzeln oder bei senkrechten Flächen abrutschen.

Durch Tungöl-Verkochungen mit Leinöl entstehen sehr beständige, schnelltrocknende Öllacke wie der Tungöllack. Für diesen Zweck bieten wir das Tungöl an, das auf auf das Leinöl eine sikkativierende Wirkung hat. Bei einer Zugabemenge über 10% kann das Tungöl eisblumenartige Effekte in Öllacken hervorrufen. Solche „Eisblumenlacke“ wurden früher als Effektlacke zur Gestaltung von Holzoberflächen verwendet. Tungöl und Tungöllack werden aber gerne verwechselt. Bei Kälte wird das reine Tungöl weißlich-trübe und schmalzartig fest. Wenn man das Öl im Wasserbad erwärmt, verflüssigt es sich wieder. Dasselbe kann auf einer mit Tungöl behandelten Holzoberfläche passieren, daher empfehlen wir das reine Tungöl nicht für die Behandlung von Holz!

Kremer Pigmente gibt keine Empfehlung zum Ölen von Exotenhölzern (Bangkirai, Merbau, Massaranduba etc.). Unsere Öle sind auf den europäischen Laub- und Nadelhölzern unproblematisch, wenn man die Harzgallen bei z.B. Lärche entsprechend vorbehandelt.
Manche Exotenhölzer, insbesondere von Gummibaumartigen Gewächsen, können aber Stoffe enthalten, die das Trocknen der Öle verhindern. Das Öl bleibt dann klebrig, die Oberfläche wird fleckig und das Öl geht beim Wischen (Fußböden) auch nach Jahren noch ab. Wir raten in solchen Fällen dringend zu einem Vorversuch auf einem Probestück!

Cosmoloid H 80 (#62800) ist ein mikrokristallines Wachs, das zur Eisenkonservierung empfohlen wird. Zum Gebrauch wird Cosmoloid in Lösemitteln gelöst.
In 1 Liter Shellsol T (#70460) lösen sich 20 g Cosmoloid H 80 langsam auf. Der Lösevorgang lässt sich beschleunigen, indem man das Wachs zuerst schmilzt (bei ca. 80° C) und dann mit dem Lösemittel verrührt. Besser ist die Löslichkeit von Cosmoloid in aromatenhaltigen Lösemitteln wie Shellsol A (#70520).
Das Wachs gibt eine trübe Lösung, bei längerer Lagerung setzt sich das Wachs als wolkige Masse am Boden des Gefäßes ab. Vor Anwendung gut aufrühren.
Der Schutz der Oberfläche gegen Rost ist gut, der Schutzfilm ist jedoch nicht abriebfest.

Die Korngröße von Pigmenten ist eine wichtige Kennzahl für die praktischen Eigenschaften des Pigmentes. Wie man (nicht nur) bei den farbigen Glasmehlen sehen kann, ist häufig die Verarbeitbarkeit und der Farbton von der Korngröße abhängig.

In vielen Farbtheorien werden drei Grundfarben - gelb, rot und blau - benutzt, um daraus Mischungen zu erstellen. Eigentlich kann man mit dieser Farbvorstellung hauptsächlich drucken, d.h. ganz dünne Lasuren im Raster-Punkt-Druck neben- und übereinander im Auge zu Farbmischungen zusammensetzen.
Mit Pigmenten in Bildschichten gelingt diese Mischung nur sehr eingeschränkt, jedes Pigment hat eine einzigartige Farbwirkung. Mischungen entwickeln sehr spezielle Eigenschaften. Dies macht den Reichtum der Farbauswahl mit Pigmenten aus, im Gegensatz zu der Beschränktheit der meisten Druckverfahren.
Für die Erklärung des Dreifarb-Druckes und der gängigen Farbtheorien im Unterricht ist die Verwendung von 3 Primärfarben üblich. Mit diesen Theorien lassen sich die Eigenschaften von Licht und Farbe leichter beschreiben als mit einer praktischen unendlichen Zahl von verschiedenen Farbtönen.

Primärgelb
Permanentgelb mittel in Pulver (#23310)
Permanentgelb mittel Farbteig in Wasser (#28120)

Primärrot
Permanentrot Neutralrot in Pulver (#23290)
Permanentrot Farbteig in Wasser (#28490)

Primärblau
Phthaloblau in Pulver (#23050)
Phthaloblau Farbteig in Wasser (#28900)

Mit diesen drei lasierenden Ausgangspigmenten lassen sich höchst lichtechte Farbkreise gestalten.
Wollte man diese Reihe noch mit Grün erweitern, könnte man eine Mischung aus Kobaltgrün (#44100) mit Phthalogrün gelbstichig (#23010) dafür benutzen.

Neu* Aquarellkasten Primärfarben (#881047)
Die 8 Grundfarben werden aus reinen Pigmenten handgefertigt und gewährleisten eine außergewöhnliche Leuchtkraft.
Inhalt: Eierschalenweiss, Phthaloblau, Anthrachinon Blau, Scharlach Rot, Chinacridon Pink, Brillantgelb, Studiogelb und Flammruß.

Der Malergoldlack ist ein lösemittelhaltiger Nitrocelluloselack, der mit Echtgold pigmentiert ist. Die feinen Goldpartikel im Malergoldlack haben aber einen anderen Farbton und Effekt als Blattmetall. Das Gleiche gilt für Muschelgold und Pudergold sowie alle Arten von Perlglanz- und Glitzerpigmenten. Ein kleiner plättchenförmiger Partikel kann goldfarben sein, bleibt aber immer ein kleiner Partikel. Daher sehen mit diesen Pigmenten gestrichene Oberflächen anders aus; abhängig von der Korngröße glitzern die Goldteilchen vielleicht, werden aber immer aussehen wie ein goldfarbener Anstrich und nicht wie Blattmetall.

Rohsteine von Azurit, Malachit, Lapis lazuli, Ocker oder anderen Mineralien bieten wir je nach Verfügbarkeit an. Diese Stücke sind gebrochene Rohsteine, die unregelmäßig geformt sind, unterschiedlich groß und schwer sein können. Die Steine werden nach Gewicht verkauft. Da jedes Stück ein anderes Gewicht haben kann, finden Sie in unserem Online-Shop nur Gramm-Preise. Das bedeutet, wir suchen ein Stück aus, wiegen es und der Preis wird dann per Gramm berechnet. Sie haben bei der Bestellung die Möglichkeit, uns eine ungefähre Größe anzugeben, nach der wir die Stücke aussuchen sollen (z. B. Größe einer Walnuß), oder Sie geben ein Gewicht vor und bekommen dann entsprechend ein Stück (wenn vorhanden) oder mehrere kleine entsprechend dieses Gewichtes.

Wir fertigen für Sie individuelle Öl, Acryl- und Alkydharz-Farben an.
Schicken Sie uns doch ein Beispielmuster zu oder besuchen uns in der Farbmühle. Wir bemühen uns Ihren passenden Farbton zu finden.

Benötigen Sie eine bestimmte Körnung von einem unserer Produkte?
Wir können Ihnen die Pigmente und Steinmehle aus eigener Herstellung in verschiedenen Korngrößen mahlen.

Bitte benutzen Sie für Anfragen das Kontaktformular, oder schreiben Sie an [email protected].

Immer öfter findet der Verbraucher auf einem Produkt eine Angabe der Mindesthaltbarkeit (MHD), oder die Angabe: „best before“ mit einem Datum. Wichtig ist hierbei zu erkennen, dass dies eine Mindestzeitangabe ist. Praktisch ist die Angabe zum Beispiel bei schnell verderblichen Lebensmitteln. Man legt sich nicht eine größere Menge eines Joghurts in den Kühlschrank, wenn die Mindesthaltbarkeit schon abgelaufen ist.
Wenn das MHD für den Joghurt erst in 3 Wochen erreicht wird, der Joghurt aber schimmelt, sollte man dem MHD nicht vertrauen. Andererseits, die Milch war die ganze Zeit im Kühlschrank, riecht gut, sieht gut aus - weshalb sollte man die Milch auch längere Zeit nach dem Ablauf der Mindesthaltbarkeit nicht verbrauchen?
Das gleiche gilt für Industrieprodukte. Als Verbraucher muss man die Qualität verstehen, um die Tauglichkeit eines Produktes vor dem Datum der Mindesthaltbarkeit und nach dem MHD beurteilen zu können. Bei Produkten mit mehrjähriger Haltbarkeit kann die Angabe eines Mindesthaltbarkeitsdatums die Planung der Vorratshaltung erleichtern.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein „Verfallsdatum“ Das MHD gibt den Zeitpunkt an, bis zu dem dieses Produkt bei richtiger Aufbewahrung mindestens seine spezifischen Eigenschaften behält. Normalerweise behält das Produkt seine Eigenschaften auch deutlich über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus.
Heute nimmt die Angabe von Mindesthaltbarkeitsdaten etwas überhand: z.B. das MHD bei Metalloxidpigmente von Pigmentherstellern: Bei Eisenoxiden ist die Angabe von 10 Jahren MHD etwas problematisch: eigentlich erwarten wir bei Eisenoxiden eine Haltbarkeit von mindestens 1000 Jahren. Bei Chemieprodukten ist die Haltbarkeit häufig von der Verpackung abhängig. So ist die Haltbarkeit von Balsamterpentinöl in Blechgebinden eventuell begrenzt: hier kann die Haltbarkeit nur für das ungeöffnete Gebinde garantiert werden. Sobald Luft und Feuchtigkeit in das Gebinde gelangen kann das Blech anfangen zu rosten. Verfärbtes Balsamterpentinöl ist nicht mehr für Damar-Firnisse geeignet.
Wenn der Kunde die Qualitäts-Prüfung nicht selbst leisten kann muss er sich auf die Beurteilung eines Fachkundigen verlassen.
Gerne stehen wir für solche Qualitätsfragen mit unserer qualifizierten Ausbildung und jahrzehntelangen Erfahrung zur Verfügung.